Neue Regelungen 2026: Chancen und Pflichten für Unternehmen im Blick

Neue Regelungen 2026

Neue Regelungen 2026: Chancen und Pflichten für Unternehmen im Blick

Im Geschäftsjahr 2026 treten zahlreiche neue Regelungen in Kraft, die Unternehmen in unterschiedlichen Bereichen betreffen. Von Künstlicher Intelligenz über E-Commerce, Arbeitsrecht und Steuerfragen bis hin zu Nachhaltigkeit – die Veränderungen sind umfassend und betreffen sowohl operative Abläufe als auch strategische Entscheidungen. Unternehmen, die frühzeitig reagieren, können Risiken vermeiden, Prozesse optimieren und gleichzeitig neue Chancen nutzen.

Digitale Transformation und Künstliche Intelligenz

EU AI Act: Neue Pflichten beim Einsatz von KI

Mit dem EU AI Act schuf die Europäische Union erstmals einen verbindlichen Rechtsrahmen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Die Verordnung verfolgt einen risikobasierten Ansatz: Je höher das potenzielle Risiko eines KI-Systems für Menschen oder Grundrechte, desto umfangreicher die Anforderungen an Dokumentation, Transparenz und Kontrolle.
Unternehmen müssen fortan KI-Systeme klassifizieren und deren Einsatz dokumentieren. Die Nachvollziehbarkeit von KI-gestützten Entscheidungen wird verpflichtend und Mitarbeitende müssen über nachweisbare KI-Kompetenz verfügen.

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IPCEI-AI: Förderprogramme frühzeitig berücksichtigen

Das „Important Project of Common European Interest on Artificial Intelligence“ (IPCEI-AI) ist eine europäische Initiative zur Förderung eines EU-weiten KI-Ökosystems, das speziell auf industrielle Anforderungen zugeschnittene KI-Modelle entwickelt. Unternehmen profitieren durch das Programm von Wachstumspotenzial, während sie durch Förderquoten dabei unterstützt werden, industriespezifische KI-Lösungen zu entwickeln.

Trotzdem die geförderten Projekte frühestens ab dem Jahr 2027 offiziell starten können, ist es wichtig, das Programm bereits jetzt im Blick zu behalten.

2. E-Commerce und Verbraucherschutz

Widerrufsbutton: Pflicht mit finanziellen Folgen

Onlinehändler müssen ab dem 19. Juni 2026 einen leicht auffindbaren Kündigungs- bzw. Widerrufsbutton direkt im Shop integrieren. Fehlt dieser, drohen nicht nur Abmahnungen, sondern auch automatisch verlängerte Widerrufsfristen – mit direkten Auswirkungen auf Umsatz und Liquidität.
Im ERP-System sollten Widerrufsprozesse automatisiert verarbeitet und Rückabwicklungen sauber abgebildet werden.

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Gewährleistungs- und Garantielabel (GARAN)

Ab dem 27. September 2026 soll das Gewährleistungs- und Garantielabel Verbraucher klar darüber informieren, welche Rechte gesetzlich bestehen und welche Leistungen darüber hinaus freiwillig angeboten werden. Während die gesetzliche Gewährleistung automatisch gilt und eine Mindestdauer von zwei Jahren umfasst, handelt es sich bei Garantien um freiwillige Zusatzleistungen von Herstellern oder Händlern. Das GARAN-Label trennt diese beiden Ebenen grafisch und inhaltlich eindeutig, um Missverständnisse zu vermeiden.

Für Unternehmen bedeutet dies, Produkt- und Garantiedaten präzise zu pflegen und über alle Vertriebs- und Kommunikationskanäle konsistent darzustellen.

Verbraucherkreditrichtlinie (BNPL)

Ab dem 20. November 2026 müssen auch „Buy Now, Pay Later“-Anbieter verpflichtend eine Kreditwürdigkeitsprüfung durchführen. Diese Prüfung erfolgt in Echtzeit, um Kaufabbrüche zu vermeiden. Sie schützt Verbraucher vor Überschuldung und sorgt dafür, dass nur zahlungsfähige Kundinnen und Kunden die Angebote nutzen können. Gleichzeitig minimiert sie das Ausfallrisiko für Händler und Dienstleister.
BNPL-Anbieter müssen dafür ihre Systeme anpassen und automatisierte Bonitätschecks implementieren.

Kassenmeldepflicht Frau steht lächelnd an Kasse

3. Regelungen 2026: Arbeitsrecht, IT-Sicherheit und Steuerrecht

Umsatzsteuer Gastronomie

Seit dem 01.01.2026 gilt dauerhaft 7 % Umsatzsteuer auf Speisen, unabhängig davon, ob vor Ort verzehrt oder außer Haus verkauft. Getränke bleiben bei 19%. Gastronomiebetriebe müssen Kassensysteme, Rechnungslegung und interne Abrechnungsprozesse anpassen, um korrekte Steuersätze automatisch auszugeben.
Steuerberater sollten frühzeitig eingebunden werden, um mögliche Fehler bei der Jahresabrechnung zu vermeiden.

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Entgelttransparenzgesetz

Unternehmen müssen ab dem 7. Juni 2026 individuelle Auskunftsansprüche erfüllen, Prüfverfahren implementieren und Berichte zur Gleichstellung liefern.
Die Lohnbuchhaltung muss entsprechende Datenexporte bereitstellen.
Betriebe sollten bestehende HR-Systeme prüfen und ggf. aufrüsten, um Auskunftsansprüche effizient zu bearbeiten. Ein proaktiver Umgang mit den Daten erleichtert die Berichterstattung und stärkt das Vertrauen der Mitarbeitenden.

4. Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Kreislaufwirtschaft

EU-Verpackungsverordnung (PPWR)

Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) verbietet ab dem 12. August 2026 PFAS in Lebensmittelverpackungen und schränkt die Nutzung von Einwegformaten stark ein. Für B2B-Transportverpackungen bestehen Ausnahmen, während E-Commerce-Verpackungen weiterhin gekennzeichnet werden müssen. Unternehmen sollten Lieferketten und Verpackungsmaterialien prüfen und auf konforme Alternativen umstellen. Eine frühzeitige Koordination mit Lieferanten erleichtert die Umstellung und reduziert das Risiko von Verstößen.

Erfahren Sie mehr zur kommenden EU-Verpackungsverordnung!

Waste Electrical and Electronic Equipment (WEEE)

Mit der Ausweitung der WEEE-Richtlinie zu Beginn des Jahres 2026 wurden die Anforderungen an Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten weiter verschärft. Im Mittelpunkt steht der Schutz von Umwelt und Gesundheit durch eine konsequent umgesetzte erweiterte Herstellerverantwortung (EPR). Unternehmen müssen künftig noch stärker Verantwortung übernehmen und die Kosten für Sammlung, Behandlung und umweltgerechte Entsorgung ihrer in Verkehr gebrachten Geräte tragen.
Eine frühzeitige Ausrichtung der Produktgestaltung an Kreislaufwirtschaftsmodellen sowie an den Vorgaben der Ökodesign-Verordnung erleichtert die Wiederverwendung von Geräten und die Rückgewinnung wertvoller, teils kritischer Rohstoffe. 

Recht auf Reparatur

Das Recht auf Reparatur verpflichtet ab Mitte 2026 Hersteller, Reparaturinformationen und Ersatzteile bereitzustellen. Dies verlängert den Lebenszyklus der Produkte und erfordert Anpassungen in Lagerhaltung, Logistik und Kundenservice. Unternehmen können dadurch nicht nur gesetzliche Anforderungen erfüllen, sondern auch ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, indem sie einen funktionierenden After-Sales-Service anbieten.

Regelungen 2026: Alle Fristen im Überblick

Frist/RegelungDatum
Umsatzsteuer Gastronomie01.01.2026
Waste Electrical and Electronic Equipment (WEEE)01.01.2026
Entgelttransparenzgesetz07.06.2026
Widerrufsbutton (Pflicht mit finanziellen Folgen)19.06.2026
Recht auf Reparatur31.07.2026
EU-Verpackungsverordnung (PPWR)12.08.2026
Gewährleistungs- und Garantielabel (GARAN)27.09.2026
Verbraucherkreditrichtlinie (BNPL)20.11.2026

Fazit

Um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, ist es entscheidend, klare Strukturen im Unternehmen aufzubauen und interne Abläufe anzupassen. Stellen Sie sicher, dass Ihre Mitarbeitenden ausreichend geschult sind, damit neue Prozesse reibungslos umgesetzt werden können. Wer die Veränderungen aktiv gestaltet, schützt sich nicht nur vor rechtlichen Risiken, sondern stärkt auch Effizienz, Wettbewerbsfähigkeit und langfristigen Erfolg.

 

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